Notmaßnahmen der Kommission / Absurdität am EU-Zuckermarkt / Europäischer Zucker ist ausreichend auf Lager, aber nicht am Markt

Europäischer Zucker ist zwar ausreichend auf Lager, aber nicht am Markt. Im Wirtschaftsjahr 2010/2011 waren Notfallmaßnahmen der EU-Kommission in einem Umfang von 1,35 Mio. Tonnen Zucker erforderlich, um das Gleichgewicht am EU-Zuckermarkt herzustellen und der Nachfrage von Zuckerverwendern und europäischen Verbrauchern gerecht zu werden. Im Wirtschaftsjahr 2011/2012 wurden abermals Notfallpakete erforderlich, rund 1,05 Mio. t Zucker mussten zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Zu den Notmaßnahmen der Kommission gehört auch die Freigabe von sog. Nichtquotenzucker. EU-Zucker (Zuckerrüben) die zur Herstellung von Biokraftstoff (E-10) verwendet wird, in der chemischen Industrie zum Einsatz kommt oder exportiert werden darf. Nur die Lebensmittelwirtschaft darf diesen Zucker nicht verwenden. Die zweite Möglichkeit der Notmaßnahmen sind Sonderimporte.

Bei der planwirtschaftlichen Marktsteuerung kommt es zu einer absurden Situation. EU-Nichtquotenzucker wird ausgeführt, weil er nicht am EU-Binnenmarkt verkauft werden darf. Um die Versorgungssicherheit wieder in den Griff zu bekommen, gibt es aber Sonderimporte entweder zollreduziert oder zum Nullzollsatz für die EU. Die Frachter fahren auf dem Atlantik aneinander vorbei. Der eine von Europa weg, der andere zu Europa hin. Beide haben die selbe Fracht an Bord: Zucker! 2010/11 und 2011/12 wurden über 1 Mio. t Zucker aus Drittstaaten über diese Sondereinfuhren/Notmaßnahmen importiert, um den Zuckerengpass der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu beheben. Gleichzeitig wurden über 2 Mio. t heimischer Zucker aus der EU in Drittstatten exportiert, weil er wegen des Quotensystems nicht an die europäische Lebensmittelindustrie verkauft werden darf. Dieses System ist absurd und weder umweltfreundlich noch nachhaltig!

Einfuhrzoll übertrieben hoch / Unbürokratisches Reagieren auf Zuckerengpässe nicht ohne weiteres möglich »